Alle Jahre wieder…

… machen wir Anfang Dezember einen Betriebsausflug der besonderen Art: Wir schließen mittags das Büro, nehmen die U-Bahn in den Münchner Stadtteil Lehel, wo wir einige Einwohner des Seniorenheims abholen und mit ihnen einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt machen. Jeder von uns findet einen Begleiter im Rollstuhl, der sich in den meisten Fällen als recht amüsanter Gesprächspartner erweist – erst recht nach dem ersten Glühwein. Das besondere an dieser Begegnung ist die Gegensätzlichkeit unseres Alltags: Wir stehen mitten im Leben, in der Blüte unserer Jahre, in der Fülle unserer Kraft. Immer unter Druck, noch mehr zu leisten, aufzubauen und zu schaffen. Kommen, das Smartphone in der Hand, geradewegs aus der Hektik unseres Agenturgeschäfts, die Zeit fliegt, getrieben von Terminen und Projekten. Und treffen auf Menschen, die am Ende Ihres Lebens stehen. Deren Tage sich in gemächlicher Eintönigkeit dahinziehen und die irgendwie alle aufs Sterben warten. Denen, nach 90 Jahren und mehr auf diesem Planeten, die vermeintliche Dringlichkeit unser Aufgaben gerade mal ein müdes Lächeln entlockt.

Und doch gibt es viele Augenblicke echter Menschlichkeit, eine Herzlichkeit in Blick und Händedruck, die sich über alle Grenzen hinweg ohne Worte versteht. Soziales Engagement wirkt eben in beide Richtungen und eröffnet Gebern und Empfängern neue Horizonte.

Every year…

in early December we organise a company outing with a difference. We close the office at noon, take the subway in the Lehel district of Munich, where we pick up some nursing home residents and take them on a trip to the Christmas market. Each of us is paired with a wheelchair user and off we go. Some of the conversations are fun, especially after the first mulled wine! There’s something special about this get together and the contrast to our daily lives. Us in the prime of life, living life to the full, always under pressure to do more, faster and better, racing to meet project deadlines compared to people nearing the end of life. Their days have taken on a kind of ‘the end is nigh’ leisurely monotony. After 90 years or more on this planet, they have little comprehension of the hubbub of our lives.

Yet there are many moments of real humanity; for example the warmth of a glance or a handshake where no words are necessary for understanding. Social involvement works both ways and opens new horizons for those at the giving and receiving ends.