Die letzten Wochen waren mal wieder gut gefüllt mit großen Pitches. Damit sind Ausschreibungen gemeint, in denen Unternehmen den passenden Agenturpartner für anstehende Projekte suchen. Der Kunde schickt ein Briefing an mehrere Agenturen, diese erarbeiten Konzept & Angebot für die geplante Veranstaltung und präsentieren sie dem Auftraggeber. Im Idealfall treten drei Agenturen gegeneinander an und erhalten dafür ein Präsentationshonorar, das zumindest die entstehenden Fremdkosten (z.B. Anreise, Visualisierung & Grafik etc.) abdeckt. So weit, so gut.

Da sich die Marktmacht im Agenturgeschäft recht einseitig auf den Auftraggeber verteilt, treibt die Pitchkultur natürlich die wildesten Blüten. Nicht selten findet man sich am Ende im Wettbewerb mit bis zu acht Agenturen (obwohl versichert wurde „Wir fragen höchsten vier an…“). Präsentationshonorare sind leider inzwischen eher die Ausnahme als die Regel (Wozu auch? Es gibt ja reichlich Agenturen, die Konzepte umsonst präsentieren…)

Und so reist man auf eigene Kosten quer durch Deutschland, im Gepäck viele Tage unbezahlter Agenturarbeit, präsentiert Konzepte, feilscht mit Einkaufsabteilungen und hofft auf den Auftrag. Um am Ende festzustellen, dass die Veranstaltung ganz abgesagt wurde (neue Sparrichtlinien im Konzern) oder die eigenen Ideen in das Konzept einer anderen Agentur integriert werden („Die Location, die Sie vorgeschlagen haben, hat uns so gut gefallen, dass wir die Veranstaltung jetzt dort durchführen… nur leider nicht mit Ihnen.“)

Wenn Du die Umstände nicht ändern kannst, verändere Deine innere Einstellung.

Es braucht schon viel Optimismus (Beim nächsten Mal klappt’s bestimmt!) und Gelassenheit (You win some you lose some…), um da nicht die Lust zu verlieren, und eine Lösung des Dilemmas ist nicht in Sicht… oder doch? Wie so oft im Leben gilt: Wenn Du die Umstände nicht ändern kannst, verändere Deine innere Einstellung. Nimm jede Ausschreibung als Chance zu wachsen, denn lernen wirst Du auf jeden Fall – egal wie die Sache am Ende ausgeht.

Jeder Pitch hilft uns, am realen Projekt neue Konzepte zu ersinnen, unsere Kenntnisse zu vertiefen, neue Locations und Dienstleister kennen zu lernen. Wir verfeinern unsere Art zu präsentieren, treffen auf Entscheider aus unterschiedlichsten Branchen, tauchen ein in das endlose Mysterium großer Konzernstrukturen. Wir werden kreativer (Wie liefern wir gleiche Qualität für weniger Budget?), empathischer (durch Telepathie erspüren, was der Vorstand sich WIRKLICH wünscht) und schlicht wettbewerbsfähiger. Kann man sich ein besseres Lernfeld wünschen?